karriereplanungDie generell guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland sorgen dafür, dass es im Prinzip vielfältige Möglichkeiten gibt, die eigene Karriere erfolgreich zu planen und weiter zu entwickeln. Die Vielfalt an Möglichkeiten macht es allerdings auch schwierig und komplex, den nächsten Karriereschritt erfolgreich zu planen. Ein guter Rat für die eigene Karriereplanung bzw. eine kompetente Karriereberatung sind da oft sinnvoll.

Inhalt

  1. Karriereplanung – Was ist das?
  2. Karriereplanung für Berufseinsteiger
  3. Karriereplanung für Frauen
  4. Karriereplanung für Männer
  5. Karriereplanung für Alleinerziehende
  6. Karriereplanung ab 50
  7. Karriereplan: die wichtigsten Elemente
  8. Karriereberatung: Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben

Definition: Karriereplanung – was ist das?

Der Begriff Karriereplanung stammt aus der Personalentwicklung und steht für die Strategie eines berufstätigen Menschen, die nächsten Schritte seiner beruflichen Laufbahn zu planen. Auf der anderen Seite übernehmen häufig auch Unternehmen die Karriereplanung für ihre Mitarbeiter, indem sie diesen mit einem entsprechenden Karriereplan die Entwicklungsmöglichkeiten und die dafür erforderlichen Qualifikationen und Anforderungen (Weiterbildung, Auslandaufenthalt, Standortwechsel, etc.) aufzeigen. Im Mittelpunkt dieser Planungen stehen in der Regel Fragen wie:

  • Wie sehen meine eigenen Vorstellungen über meine zukünftige berufliche Entwicklung aus?
  • Welche Qualifikationen und Fähigkeiten kann ich bieten?
  • Welche Qualifikationen und Fähigkeiten fehlen mir (noch)?
  • Sehe ich mich selbst in einer Führungsrolle (Vorstand, Geschäftsführer, Abteilungsleiter)?
  • Möchte ich Personalverantwortung übernehmen?
  • Sehe ich mich eher als Experte zu einem bestimmten Fachthema?
  • Welches langfristige Ziel verfolge ich – z.B. in Abstimmung mit meinen persönlichen Zielen (Familie, Lebensmittelpunkt, Einkommen, etc.)?

Da es vielen Menschen schwerfällt, diese Fragen allein „im stillen Kämmerchen“ zu beantworten, suchen sich immer mehr Berufstätige Hilfe und Beratung bei einem Karriere-Coach. Sie erhalten so die Meinung und den Input eines unabhängigen Dritten.

Karriereplanung für Berufseinsteiger

Das erste Mal in Kontakt mit dem Thema Karriereplanung kommen wir in der Regel nach dem Abschluss einer weiterführenden Schule (Gymnasium, Realschule, Hauptschule, etc.). Prinzipiell besteht die Möglichkeit, nach der Schulausbildung eine Berufsausbildung zu beginnen. 2016 gab es in Deutschland 328 anerkannte oder als anerkannt geltende Ausbildungsberufe.

Darüber hinaus besteht natürlich – bei entsprechendem Schulabschluss – die Möglichkeit zum Studium. Im Studienjahr 2016/2017 haben sich laut Statista mehr als eine halbe Million junger Menschen (507.779) für diesen Schritt entschieden (vgl. nachfolgende Abbildung)

Quelle: Statista

Sind Berufsausbildung und Studium dann abgeschlossen und die erste Stufe der Karriereleiter dann erklommen, geht es nun darum, sich Gedanken über die weitere berufliche Zukunft zu machen. Die Karriereplanung steht an. Obwohl seit Jahren Gleichberechtigung von Mann und Frau im Berufsleben gefordert wird und diesbezüglich unzählige Kampagnen und Initiativen ins Leben gerufen wurden, sehen Männer und Frauen auch heute noch ihre berufliche Zukunft unterschiedlich. Dies gilt gerade für das Thema Karriereplanung.

Karriereplanung für Frauen

Auch wenn das typische Frauenbild vom „Heimchen am Herd“ sicher der Vergangenheit angehört, ist die Karriereplanung für Frauen auch heute noch eine spezielle Herausforderung.
So kommt die Zeitung Die Welt in einem Bericht mit dem Titel: „Warum Frauen nicht aus der Familienfalle kommen“ zu der ernüchternden Feststellung: „Im europäischen Vergleich geht es in Deutschland zwischen den Geschlechtern immer noch traditionell zu. Der Vater ist zwar nicht mehr Alleinernährer, aber immer noch der Haupternährer der Familie. Zwar hat die Erwerbstätigkeit von Frauen in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen, weil erwerbstätige Mütter jedoch meistens in Teilzeit beschäftigt sind, bleiben Haushalt und Kinder Frauensache.“

Dies unterstreicht auch eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung EY, dass der Frauenanteil in Führungspositionen in deutschen Unternehmen auch heute noch bei unter zehn Prozent liegt.

Frauenanteil Führungspositionen

Karriereplanung für Männer

Als „Haupternährer einer Familie“ sehen sich viele Männer auch heute noch in der Pflicht, für „ihre Lieben“ zu sorgen und stellen deshalb die berufliche Laufbahn häufig über persönliche Interessen. Moderne Arbeitszeitmodelle, die auch von Männern wahrgenommen werden, sind in der Regel mit finanziellen Einbußen verbunden – die dann durch den Partner aufgefangen werden müssen, wenn man sich insgesamt finanziell nicht schlechter stellen möchte.

Ein aktuelles Beispiel liefert der oben genannte Beitrag in der Welt: Journalist Simon Freihöfen möchte seine Stundenzahl nicht reduzieren. „Ich würde manchmal gern etwas weniger machen, aber dann wäre ich nicht immer griffbereit und würde Geld verlieren“, sagt der 44-Jährige. Freihöfen ist verheiratet und hat zwei Söhne, auch seine Frau ist berufstätig. Als Hörfunkredakteur hat er wöchentlich wechselnde Tagesarbeitszeiten, manchmal muss er auch an den Wochenenden arbeiten. Freihöfen will beruflich auf jeden Fall dranbleiben. Würde er seine Stundenzahl reduzieren, dann könnte er von anderen als Teilzeitkollege abgestempelt werden, fürchtet er. Nach dem Motto: „Der Kollege ist nicht immer da. Das macht dann wohl besser ein anderer.“

Auf der anderen Seite werden auch heute noch wie oben ebenfalls bereits erwähnt die meisten Führungskräftepositionen mit Männern besetzt. Wenn sich Männer also für eine Karriere als Führungskraft entscheiden, besteht derzeit zumindest noch eine gute Chance, dass es mit der Karriere dann auch klappt.

Karriereplanung Alleinerziehende

Unabhängig vom Geschlecht wird die Karriereplanung deutlich erschwert, wenn Beruf und Familie unter einen Hut gebracht werden müssen, weil man als alleinerziehendes Elternteil selbst und alleine sowohl für das eine, als auch für das andere verantwortlich ist. Doch gerade in diesem Fall sollte man sehr sorgfältig seine Karriere planen, um nicht am Ende ausgebrannt vor den Scherben von Berufs- UND Privatleben zu stehen. Zuallererst ist es sicher wichtig, seine Rolle offen und ehrlich zu kommunizieren und sich einen Arbeitgeber zu suchen, der einen in dieser Rolle aktiv unterstützt. Gerade Großunternehmen bieten dabei heute eine Vielzahl unterschiedlicher Möglichkeiten zur Unterstützung an. Aber auch in Kleinbetrieben gibt es sicher Möglichkeiten, mit dem Chef oder der Chefin über Sonderformen bei Arbeitszeit und Arbeitsplatz zu sprechen: Das Home Office ist immer häufiger möglich. Im privaten Bereich sind es sicher Familie und Freunde, die unterstützen können. Und letztendlich gibt es gerade für Alleinerziehende zahlreiche Beratungs- und Coaching-Angebote, die dabei helfen, mit dieser besonderen Situation zurecht zu kommen und das Beste aus beiden Bereichen – Beruf und Privatleben – herauszuholen.

Karriereplanung ab 50

„Wir werden nicht mehr älter, wir bleiben lediglich länger jung“. So könnte man die Entwicklung der letzten zwanzig Jahre überspitzt beschreiben. Bereits 2014 titelte die BILD-Zeitung: „70 ist das neue 50“ und verwies dabei auf eine damals vorgestellte Studie des Meinungsforschungsinstituts INSA, an der 3000 Menschen teilnahmen. 81 Prozent der befragten über 50-Jährigen gaben damals an, dass sie sich gesundheitlich gut fühlen. 67 Prozent erklärten, dass sie sich zehn bis 20 Jahre jünger fühlen.

Und auch für die Karriereplanung bietet das Alter 50+ noch seine Möglichkeiten. Auf der einen Seite führt der Fachkräftemangel derzeit dazu, dass auch ältere Menschen noch gute Chancen am Arbeitsmarkt haben. So berichtete die FAZ bereits vor einiger Zeit, dass Unternehmen wie Bosch oder Mercedes bereits pensionierte Mitarbeiter wieder in die Arbeit zurückholen.

Darüber hinaus bietet sich für viele Menschen ab 50 die Möglichkeit, entweder noch einmal durchzustarten – die Kinder sind aus dem Haus, die finanziellen Belastungen durch Hausbau oder Ausbildung der Kinder nehmen ab – oder sich nochmals neu zu orientieren. So wagen viele in diesem Alter den Einstieg in das Coaching-Business. Sie verfügen über eine langjährige Lebens- und Berufserfahrung und sind gerne bereit, diese Erfahrungen an jüngere Coachees weiterzugeben. Einige der hier auf COACH REPORTER interviewten Coaches gehören der Generation 50+ oder sogar 60+ an und gaben im Interview genau diese Beweggründe für den Einstieg in das Coaching-Business an.

Karriereplan: Die wichtigsten Elemente

Unabhängig vom Alter und der Karrierestufe, die Sie bereits erklommen haben, sollten Sie sich einen Karriereplan aufstellen, wenn es mit der weiteren Karriere klappen soll. Die wichtigsten Elemente eines solchen Karriereplans sind:

  1. Wer bin ich?
    Zu Beginn eines Karriereplans sollten Sie sich auf jeden Fall darüber Gedanken machen, wo Ihre Stärken, Talente oder Kompetenzen, aber auch Ihre Schwächen und Defizite liegen. Dabei sind aber Ehrlichkeit und Selbstreflektion gefragt. Denn nur wenn Sie sich möglichst objektiv einschätzen, sind Sie in der Lage, Potentiale, aber auch Grenzen, für die zukünftige Karriere zu bestimmen.
  2. Wo will ich hin?
    Eine Karriere kann vielerlei Gesichter haben. Vorstand in einem Dax-Unternehmen, Bereichsleiter in einem mittelständischen Betrieb, Mitarbeiter der ersten Stunde bei einem Startup oder der eigene Laden. Nur wenn Sie sich vorab darüber im Klaren sind, wohin sie möchten, können sie auch den Weg dorthin planen.
  3. Schritt für Schritt
    Auch wenn Sie das Endziel Ihrer Karriereplanung fest im Auge haben, sollten Sie sich natürlich realistische Zwischenziele setzen, denn Sie werden in den seltensten Fällen ihr Karriereendziel „über Nacht erreichen“.
  4. Wenn nicht so, dann anders
    Selbst wenn Sie Ihre Karriereplanung hartnäckig verfolgen, kann es natürlich sein, dass Sie an einem bestimmten Zeitpunkt feststellen, dass es irgendwie nicht klappt. Grund dafür können externe Effekte wie die allgemeine Wirtschaftslage oder die Entwicklung einer bestimmten Branche sein. Aber auch persönliche Ereignisse wie die Familienplanung oder das Eingeständnis, dass sie bestimmte Qualifikationen oder Voraussetzungen für Ihre Karriereziel einfach nicht erfüllen können dazu führen, dass Sie Ihren Karriereplan anpassen oder vielleicht sogar komplett „über den Haufen werfen“ müssen. Regelmäßige Standortbestimmungen sind dabei genauso wichtig wie die Flexibilität, sich neuen Gegebenheiten oder Herausforderungen bei der Karriereplanung anzupassen. Die wenigsten erfolgreichen Menschen können auf einen Karriereplan zurückblicken, der konstant geradlinig verlief.
  5. Besser spät als nie
    Wie bereits erwähnt spielt das Alter für die Karriereplanung eine immer geringere Rolle. Wussten Sie, dass beispielsweise der Gründer der Restaurantkette „Kentucky Fried Chicken“ sein Unternehmen erst mit 62 Jahren gründete? Und selbst wenn es mit dem Hühnchen braten nichts wird, gibt es immer noch vielfältige Möglichkeiten, auch im reiferen Alter eine Karriere zu starten.
  6. Aktiv und präsent sein
    „Mir fällt doch sowieso nichts Neues ein?“ „Wer will mich schon haben?“ Falsch! In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind ganze Wirtschaftszweige neu entstanden. Denken Sie nur an die neuen Entwicklungen im Internetbereich. Ein anderes Beispiel: Als Entwickler von mobile Apps hätten Sie vor zehn, fünfzehn Jahren noch gar nicht arbeiten können – weil es die Technologie noch gar nicht gab. Wenn es mit dem Karriereplan also klappen soll, macht es Sinn, sich regelmäßig über neue Trends und Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt auf dem Laufenden zu halten. Dann klappt es unter Umständen mit einem Karriereplan B, der besser ist als Karriereplan A.
  7. Manchmal ist ein Nein besser als ein Ja
    Karrieremöglichkeiten und -schritte gibt es viele. Daher ist es wichtig, alle diese Möglichkeiten und Schritte darauf zu überprüfen, inwieweit sie in den Karriereplan passen. Und da scheint ein Angebot vielleicht kurzfristig verlockend, kann sich aber mittelfristig als Sackgasse erweisen. Da kann es unter Umständen besser sein, auch einmal nein zu sagen.

Karriereberatung – Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben

Für viele von uns spielt heute die Frage, wie sie bei ihrer Karriere ein Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben erreichen können, eine zentrale Rolle. Dies gilt insbesondere für Familien. Dabei gibt es zahlreiche Aspekte, die zu berücksichtigen sind. Dies beginnt bereits bei der bereits erwähnten Selbsteinschätzung für den Karriereplan. Darüber hinaus spielt natürlich auch die Reaktion des Partners und der Familie auf die eigene Karriere eine große Bedeutung.

Fehlt dann der Blick für das große Ganze, scheitert häufig die Karriereplanung und letztendlich auch die Karriere. In diesem Fall kann ein Karriere-Coach eine wichtige Hilfe sein. Er dient als Sparringspartner für die eigenen Pläne und Wünsche und liefert objektiven Input eines Außenstehenden.

Die folgenden Coaches auf COACH REPORTER bieten (unter anderem) auch Karriere-Coaching und Karriereberatung an:

Zum COACH REPORTER-Archiv

Bildnachweis: (c) fotomek - fotolia.com